Agri-Food-Health Hub

Der Hub ist eine fakultätsübergreifende Initiative der Universität Hohenheim, die von über 100 Fachgebieten aus den Bereichen Agrar-, Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften getragen wird. Ziel des Hubs ist die Gestaltung nachhaltiger Agri-Food-Health-Systeme.

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Iris Lewandowski und Prof. Dr. Mario Jekle wird er gemeinsam mit einem Initiativkreis sowie über 100 Professor:innen und Postdocs im Auftrag des Rektorats proaktiv weiterentwickelt.

Kontakt Initiativkreis des Hubs
Dr. Evelyn Reinmuth | E-Mail

Bildquelle: Adobe Stock (lizensiertes Stock Foto) | Grafik: Geschäftsstelle Bioökonomie Hohenheim

Konzeptpapier des Hubs 

Agri-Food-Health 
Leading the transformation of food systems

Veröffentlicht: April 2026, Version 1.0-4-2026

Herausgeber
Initiativkreis des Agri-Food-Health Hubs
Universität Hohenheim
Schloss Hohenheim 1
70599 Stuttgart

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Lizenzhinweis: Diese Publikation wird unter der Lizenz Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) veröffentlicht. Den vollständigen Lizenztext finden Sie unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode.de.

Der Hohenheimer Agri-Food-Health Hub

Der Agri-Food-Health Hub der Universität Hohenheim, basiert auf der Initiative des Wissenschaftsrats, die das Ziel verfolgt, bestehende wissenschaftliche Kompetenzen zu bündeln und deutschlandweit strategische Forschungs-Hubs zur Stärkung der Ernährungssicherung und Resilienz von Food Systems zu etablieren.

Die Universität Hohenheim wurde 1818 mit dem Auftrag gegründet, einen Beitrag zur Ernährungssicherung zu leisten. Aus diesem historischen Selbstverständnis hat sich die heutige Forschungsstruktur einer Profiluniversität entwickelt, die ihre Stärken in drei Fakultäten vereint. Die Schwerpunkte liegen auf nachhaltigen und resilienten Agrarsystemen, einer ressourcenschonenden, gesundheitsorientierten Lebensmittelproduktion, die bioökonomische Lösungen für mehr Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaftsprinzipien integriert. Die ganzheitliche Systementwicklung basiert auf dem Ursache-Wirkungsprinzip und reicht vom Genotyp über den Phänotyp bis hin zu gesellschaftlichen Transformationen. Dabei integriert der Hub kontinuierlich neue Technologien und treib deren Entwicklung voran. Die Weiterentwicklung vom „Food Systems Research Hub“ zum „Agri-Food-Health Systems Research Hub“ spiegelt die interdisziplinäre Breite und thematische Vielfalt der Forschungssäulen der Universität Hohenheim wider. Gleichzeitig wird ein wichtiges Grundverständnis der Zusammenhänge, die für die Transformation notwendigen Zusammenhänge deutlich.

Der Begriff „Health“ wird bewusst im Titel geführt, da er mehrere Ebenen umfasst und weit über individuelle menschliche Gesundheit hinausgeht. Er steht für die Gesundung des gesamten Ernährungssystems – vom Boden bis zur Gesellschaft. Die Universität Hohenheim erforscht Ursache‑Wirkungs‑Zusammenhänge innerhalb des Food Systems bereits auf molekularer Ebene und überträgt diese Erkenntnisse in verschiedene Teilsysteme, um systemische Lösungsansätze zu entwickeln. Gesundheit wird dabei als integraler Bestandteil stabiler Ökosysteme verstanden und schließt sowohl die Gesundheit des Individuums als auch die Resilienz und Stabilität ganzer Gesellschaften ein.

Werden planetare Grenzen – etwa in den Bereichen Klima, Biodiversität oder biogeochemische Kreisläufe – überschritten, sind die grundlegenden Voraussetzungen für menschliche Gesundheit weltweit gefährdet. Das Konzept der Planetary Health verdeutlicht, dass menschliche und ökologische Gesundheit untrennbar miteinander verbunden sind. Es bildet daher die wissenschaftliche und normative Grundlage für den Agri‑Food‑Health‑Ansatz, den der Hohenheimer Agri-Food-Health Hub verfolgt. Auf dieser Basis trägt der Hub dazu bei, planetare Grenzen zu respektieren, die Resilienz globaler Ernährungssysteme zu stärken und nachhaltige Transformationspfade evidenzbasiert zu gestalten. In Anlehnung an die Empfehlungen der EAT‑Lancet‑Kommission 2025[1] unterstützt der Hub die Transformation der Lebensmittelproduktion sowie die Umsetzung einer „Planetary Health Diet“.

Events und Aktivitäten

Der Hub hat auch die Aufgabe, durch gezielte Transferaktivitäten wissenschaftliche Ergebnisse stärker sichtbar zu machen und in die Praxis zu bringen. Dazu wurden verschiedene Formate entwickelt, weitere entstehen laufend aus den Forschungsprojekten. Auf dieser Seite finden Sie künftig regelmäßig Berichte und Einblicke in diese Aktivitäten.

Im Verlauf des Jahres finden Sie den Hub auf den folgenden Veranstaltungen:

Forschungsfelder und ihre Systembeiträge

Bedeutung

Die Aktivitäten des Agri-Food-Health Hubs sind in sechs thematische Forschungsfelder organisiert, die die zentralen Säulen eines Agri-Food Systems repräsentieren. Sie basieren auf den an der Universität Hohenheim etablierten Forschungsbereichen über alle drei Fakultäten hinweg. In der Entstehung der Forschungsschwerpunkte ergaben sie ein natürliches Abbild der für das Agri-Food System relevanten Forschungsbereiche. Im Agri-Food-Health-Hub dienen sie der ganzheitlichen, integrierten Betrachtung und der nachhaltigen Transformation unseres Ernährungssystems. 

Systembeiträge der Forschungsfelder

ForschungsfeldSystembeitrag

Gesundheitsorientierte Ernährungskonzepte auf Basis einer ressourcenschonenden Lebensmittelproduktion unter Berücksichtigung des Verbraucherverhaltens

Gesundheitsorientierte Transformation der Ernährungssysteme im Sinne der „One Health“ und „Planetary Health“ Prinzipien, mit Fokus auf Alltagswohlbefinden durch gesunde Ernährung und gerechten Zugang dazu in allen Lebensphasen (Well-being/ Lebensverlaufperspektive)

Resiliente Agrarsysteme im Spannungsfeld von Produktivität, Nachhaltigkeit, Biodiversität und ÖkosystemleistungenSteigerung der Resilienz, Ressourceneffizienz und Produktivität durch innovative Produktionssysteme und die Integration von Ökosystemleistungen

Effiziente Nutzung digitaler Technologien sowie Systemmodellierung, -optimierung und -bewertung zur Transformation von Ernährungssystemen im Sinne der „One Health“ und „Planetary Health“ Prinzipien und einer hybriden, gemeinwohlorientierten Intelligenz (Mensch–KI)

Datenbasierte Analyse, Design, Gestaltung, Entwicklung und Bewertung von Systemstrukturen unter Einsatz digitaler Technologien als integrativer Ausgangspunkt für die Transformation von Ernährungssystemen; Technologiegestaltung als Gesundheitsressource sowie Mensch–KI-Kooperation zur Stärkung kollektiver Problemlösungsfähigkeit und zur Transformation gesellschaftlicher Systeme

Gesellschaftlicher Wandel, Governance, Transformationsprozesse und das Management globaler Wertschöpfungsnetze sowie von Gesundheits(-)managementsystemen

Gesellschaftliche Entwicklung im Spannungsfeld neuartiger Geschäftsmodelle und veränderter politischer Rahmenvorgaben; vertieftes Verständnis und Begleitung von Transformationsprozessen sowie von Well-being (Wohlbefinden) als gesellschaftliche Ressource

Pionierlösungen für Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft im Food- und Non-Food-Bereich unter Einbezug nachhaltiger Energiesysteme

Förderung kreislauforientierter Wertschöpfung durch innovative, biointelligente und ressourceneffiziente Nutzung biobasierter Ressourcen und Entwicklung biotechnologischer Verfahren für den Food- und Non-Food Sektor

Systementwicklung vom Genotyp zum Phänotyp – von molekularen Mechanismen bis zur Integration in Pflanzen‑, Tier- und Lebensmittelsysteme

Verbesserung des grundlegenden Verständnisses von molekularen Prozessen als ein Schlüssel zur Entwicklung von nachhaltigen Food Systemen gemäß Ursache-Wirkungsprinzipien

Die Systembeiträge basieren auf der Analyse zentraler Herausforderungen, die in der Food Systems Research in den kommenden Jahren vorrangig und strategisch bearbeitet werden müssen. Das übergeordnete Ziel besteht darin, eine systemische Lebensmittelproduktion zu ermöglichen, die eine nachhaltig gesunde Ernährung gewährleistet. Die Systembeiträge benennen wesentliche Handlungsfelder für Forschung, Politik und Praxis, legen jedoch nicht abschließend alle notwendigen Transformationsimpulse fest. Vielmehr sollen sie im Rahmen eines fortlaufenden, partizipativen Prozesses gemeinsam mit Partnern und engagierten Akteuren im Hub kontinuierlich weiterentwickelt werden.

In jedem Forschungsfeld bündeln breit aufgestellte Forschungsteams ihre Arbeiten, um gemeinsam die Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme voranzutreiben. Ein besonderes Merkmal des Agri-Food-Health Hubs ist seine internationale Ausrichtung: Agrar-, Ernährungs- und Gesundheitssysteme werden in Deutschland, Europa und im Globalen Süden untersucht. Dadurch können Forschung und Transfer unter sehr unterschiedlichen Standortbedingungen und Transformationsanforderungen gestaltet werden – stets mit dem Bewusstsein, dass Agrar- und Ernährungssysteme niemals isoliert oder durch Ländergrenzen begrenzt sind.

Für jedes Forschungsfeld wird konkret beschrieben, welches Problem mit welchem langfristig ausgerichteten Transformationspfad adressiert werden soll. Diese Pfade zielen jeweils auf die (Teil-)Lösung der im Agri-Food-Health Hub definierten Herausforderungen ab. Der Agri-Food-Health Hub dient dabei als Innovationsplattform, die es im Sinne eines transdisziplinären Forschungsansatzes von Anfang an ermöglicht, relevante Stakeholder und Partner einzubeziehen. Die Universität Hohenheim kann bereits auf ein großes Netzwerk von Partnern und Stakeholdern aus verschiedenen Bereichen des Agrar- und Ernährungssystems in verschiedenen Regionen sowie auf nationaler und internationaler Ebene zurückgreifen. Dieses Netzwerk soll im Rahmen des Agri-Food-Health Hubs weiter ausgebaut werden. Mit interessierten Stakeholdern und Partnern soll innerhalb der Forschungsfelder möglichst konkret erarbeitet werden, welche Problematiken mit welchem langfristig ausgerichteten Pfad gelöst werden können. Die Transformationspfade werden dann in konkreten Projektinitiativen weiter ausgearbeitet. Dabei werden auch Forschungsstrategien im Sinne eines „Co-Designs“ gemeinsam mit den Stakeholdern erarbeitet. In diesem Prozess können weitere Partner und Stakeholder identifiziert werden, die den Pfad mittragen und insbesondere in Form von Reallaboren in konkrete Aktivitäten eingebunden werden.

Ziele des Hubs

Der Hub bündelt und integriert Expert:innen sowie Aktivitäten rund um Agrar-, Ernährungs- und Gesundheitsmanagementsysteme und entwickelt diese strategisch weiter. Er hat den Auftrag, Wissen zu sammeln, zu strukturieren, zu erweitern und durch geeignete Transferformate nach außen zu kommunizieren – in Richtung Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei versteht sich der Agri-Food-Health Hub auch als „Early Detector“ für neue Themen, Trends und Bedarfe. Aufgrund der gelebten Integration von Stakeholdern:innen und der Interaktion mit Akteuren:innen weltweit, ist er in der Lage, diese frühzeitig zu erkennen. Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass nachhaltige Innovationen nur durch integrierte Ansätze entstehen können, welche den Brückenschlag zwischen Forschung, Anwendung und Politik sowie die aktive Einbindung aller relevanten Stakeholder vorsehen.

Die Forschungs- und Transferformate des Agri-Food-Health Hubs sind darauf ausgerichtet, um

•        eine Plattform für inter- und transdisziplinäre Kooperationen und die Entwicklung von Projektinitiativen zu sein,

•        Innovation auf allen Ebenen voranzutreiben,

•        digitale, datengetriebene Modellierungs- und Evaluationsmethoden zur Systemanalyse einzusetzen und

•        Wissensaustausch von lokaler bis internationaler Ebene mit strategischen Partnerinstitutionen voranzutreiben.

Der Agri-Food-Health Hub schafft damit ein wissenschaftliches und organisatorisches Umfeld, das den gemeinsamen Erkenntnisaufbau, das Erproben neuer Methoden und den transformationsorientierten, wechselseitigen und interaktiven Transfer von Forschungsergebnissen in reale Kontexte ermöglicht. Das übergeordnete Ziel ist die Entwicklung von integrativen und innovativen Forschungsstrukturen in einem global vernetzten und abhängigen Umfeld, die zur Evidenzbildung, Wissensmobilisierung und gesellschaftlichen Wirkung wissenschaftlicher Erkenntnisse beitragen. So positioniert sich der Hub als Treiber einer transformationsorientierten Forschung, die das Agrar- und Ernährungssystem als Ganzes – von der molekularen Ebene bis zur globalen Governance – adressiert.